Die Lachmöwe (Larus ridibundus)

Dokument Lachmoewe (2015)

Offenbar hat sich die Lachmöwe erst im 19. Jahrhundert im Zürichseegebiet angesiedelt. Eine Kolonie im Kaltbrunner Riet stand Anfangs des 20. Jahrhunderts kurz vor dem Verschwinden, als sie durch Schutzmassnahmen gerettet wurde. Nach starkem Anstieg der Bestände trat in den letzten 25 Jahren erneut ein starker Rückgang der Art ein.

 
Lachmöwe im Winterkleid auf Steinen am Seeufer.   Lachmöwe im nahezu ausgefärbten Sommerkleid.

Kennzeichen

Im Brutkleid weiss mit grauen Flügeln und schokoladebraunem Kopf, roten Beinen und rotem Schnabel. Im Winter dunkler Ohrfleck, Jungvögel und nicht ausgewachsene Vögel haben mehr oder weniger Braun im Flügel und braunen Schwanzsaum.

Brut

Eine Jahresbrut, Nachgelege möglich. In der Regel drei Eier, in ein Nest aus Schilfhalmen gelegt. Nester auf Seggenstöcken im Ried, auf Kies oder auf Steinen am See, auch Schwimmnester, oft mehrere zusammen.

 
Nest der Lachmöwe mit Eiern auf der Brutplattform am Strandweg.   Junge Lachmöwen am Rand der Brutplattform.

Vorkommen Europa

Über den ganzen Kontinent mit Ausnahme des Mittelmeerraumes, wo die Art nur wenige Vorkommen hat. Nordische Vögel überwintern in Mitteleuropa, dortige Brutvögel ziehen zum Mittelmeerraum.

Vorkommen in der Schweiz

Etwa ein Dutzend Kolonien vom Bodensee zum Neuenburgersee, wobei die Besiedlung wahrscheinlich vom Kaltbrunner Riet ausging. Grösste Kolonie heute meist am Neuenburgersee. Grosse Kolonie im österreichischen Rheindelta am Bodensee.

Ansiedlung Rapperswil-Jona

1987 Erste Brut auf einem Stein östlich Seedamm, Gelege vermutlich von Rabenkrähen ausgeraubt.
1993 Geglückte Brut, zwei Jungvögel vermutlich flügge geworden.
1994 7 Bruten, auch 1995 5 bis 7 Bruten, je 2 flügge Junge; seither regelmässig Bruten auf Steinen.
1996 Schwimmnestkolonie in Binsenbestand östlich Seedamm, wegen Anstieg des Seespiegels nur wenige Junge aus ca. 20 Nestern.
1996 Mehrere Bruten auf Plattform Wurmsbach und ab 1997 auf Plattform Rapperswil, seither an beiden Orten regelmässig.
2001 Besiedlung der Kiesinsel mit etwa 12 Paaren, starker Anstieg in den folgenden Jahren.

Weitere Möwenarten am Oberen Zürichsee

Sturmmöwe Regelmässiger Wintergast, oft bei Hafenanlagen
Silbermöwe Seltener Wintergast, wohl alljährlich
Mittelmeermöwe Zunahme, früher Winter, jetzt das ganze Jahr
Heringsmöwe Seltener Wintergast
Mantelmöwe Ausnahmeerscheinung
Zwergmöwe Alljährlich als Durchzügler, seltener Wintergast
Dreizehenmöwe Ausnahmeerscheinung
Schwarzkopfmöwe vgl. separates Kapitel
Steppenmöwe zunehmender Wintergast

Raubmöwen

Schmarotzerraubmöwe Ausnahmeerscheinung

Verbreitung

SCHMID et al. (1998 "Schweizer Brutvogelatlas" Schweizerische Vogelwarte Sempach)