Die Schwarzkopfmöwe

Dokument Schwarzkopfmöwe (2015)
2003 - 2005 Zurzeit einziges Brutvorkommen in der Schweiz auf der Kiesinsel am Rapperswiler Seedamm.
 
Schwarzkopfmöwen im Brutkleid an der Mündung der Jona in den Oberen Zürichsee.   Schwarzkopfmöwen auf der Kiesinsel.

Kennzeichen

Wenig grösser als Lachmöwe, ausgedehntere, schwarze statt dunkelbraune Kopffärbung. Schnabel kräftiger als bei der Lachmöwe. Altvögel mit rein weissen Flügeln. Jugendkleid grau, keine rotbraune oder ockerfarbene Partien wie Lachmöwe.

Brut

Eine Jahresbrut, Nest und Eizahl, Brutdauer und Aufzuchtzeit ähnlich wie Lachmöwe, in deren Kolonien sie sich mit Vorliebe ansiedelt.

Vorkommen Europa

Heimat am Schwarzen Meer und in der Aegäis. Zunehmendes Auftreten in Lachmöwenkolonien in Mitteleuropa, grössere Ansiedlung im Podelta (I). Nach wie vor eher selten im Binnenland brütend.

Vorkommen Schweiz

1969 Erster Brutnachweis im Kaltbrunner Riet, ein Jungvogel flügge geworden.
1985 Erfolgreiche Brut am Fanel, Neuenburgersee, zwei flügge Junge.

An den beiden Stellen gab es verschiedentlich Brutverdacht oder mindestens Beobachtungen von Paaren während der Brutzeit, ab 1993 zunehmend Gelege- oder Jungennachweise.

Ein Brutplatz zudem in Grenznähe im Rheindelta (A). Dort wie im Fanel brütet die Schwarzkopfmöwe unter Lachmöwen auf einer Kiesinsel.

Ansiedlung Rapperswil

Erste Beobachtung auf Kiesinsel am 23.7.01, adultes Ex. unter Lachmöwen. Am 10./11.5.02 drei Vögel, von denen einer bis zum 8.7. bleibt und einen Platz auf der Insel verteidigt.

2003 2 Bruten, 3 Junge flügge geworden. Regelmässige Beobachtungen vom 16.3. bis zum 5.7., max. 11 Ex. am 4.5. Je ein beringter Vogel mit Herkunft von Freistett (Südbaden) D, als Nestling (19.5.01) resp. Fängling (4.6.02)
2004 4 Bruten, 5 Junge flügge geworden. Regelmässige Beobachtungen vom 18.3. bis zum 25.7., max. 8 Ex. ganze Brutzeit. Ein Nest durch Seehochwasser zerstört.
2005 2 Bruten, 2 Junge (je 1) flügge geworden. Regelmässige Beobachtungen vom 28.3. bis zum 2.8., max. 6 Ex. am 13.5.
2006 2 Bruten, Gelege Ende Mai durch Hochwasser zerstört. Beobachtungen vom 26.3. bis 18.9., max. 6 Ex.
2007 Eine Brut mit drei geschlüpften Jungen, die Ende Mai der kalten Witterung zum Opfer fielen. Mehrere Beobachtungen Januar bis März, letzte 31.8., max. 7 Ex.