Die Mittelmeermöwe

Dokument Mittelmeermöwe (2015)

Bis 1985 am Zürichsee noch Ausnahmeerscheinung mit wenigen Exemplaren, inzwischen regelmässiger Wintergast und zunehmend auch im Sommer ausharrend.

Paar der Mittelmeermöwe auf dem Sprungbrett der Schlossbadi in Rapperswil, 10. April 2011, vermutlich das spätere Brutpaar auf der Kiesinsel.

Kennzeichen

Grosse Möwe mit - im Alterskleid - grauen Flügeldecken und schwarzen Spitzen der Handschwingen, darin kleine weisse Flecken. Schnabel und Füsse auffallend gelb, am Unterschnabel roter Fleck. Jugendkleider mit braunen Flügeln und dunkler Endbinde am Schwanz.

Brut

Muldenförmiges Nest aus Pflanzenteilen, 2 bis 3 Eier, Brutdauer 27 bis 31 Tage. Junge sind nach fünf bis sechs Wochen flugfähig, mit sechs bis acht Wochen selbstständig. Die Mittelmeermöwe kann auch auf Seezeichen oder gar Hausdächern brüten.

Vorkommen Europa

Mittelmeerregion, Atlantikküste von Marokko bis Westfrankreich, stellenweise im mitteleuropäischen Binnenland. Ausdehnungstendenz nach Norden und Osten.

Vorkommen in der Schweiz

Erste Brut 1968 am Neuenburgersee, wo sich inzwischen eine grosse Kolonie entwickelt hat. Danach ist es auf verschiedenen Seen zu Ansiedlungen gekommen, meist Einzelpaare, seltener Bildung von Kolonien.

Ansiedlung Rapperswil-Jona

Seit 2004 zur Brutzeit regelmässig Paare im Raum Rapperswil und am Obersee, doch keine Brutnachweise bis 2010. Ansiedlung eines Paares auf der Kiesinsel am Seedamm im April 2011, erfolgreiche Brut mit 2 Jungen, die am 10. Mai schlüpften. Erste erfolgreiche Brut am Zürichsee.

Familie Mittelmeermöwe mit gut zehn Tage alten Küken bei einem Ausflug ans Wasser am 21. Mai 2011. Neststandort bei grünen Grasbüscheln, etwas rechts ausserhalb des Bildes.

Weitere Grossmöwen am Oberen Zürichsee

Steppenmöwe Wurde früher wie die Mittelmeermöwe als Unterart der Weisskopfmöwe betrachtet, jene noch früher als Unterart der Silbermöwe
Silbermöwe Gleich gross wie die Mittelmeermöwe, aber fleischfarbene Beine, kommt von der Nord- und Ostsee.
Heringsmöwe Gleich gross wie vorige Art, mit dunklem Flügel, kommt von der Nord- und Ostsee.
Mantelmöwe Grösser als vorige Arten und mit dunklem Flügel, ebenfalls von Norden kommend.